Jun

1

2012

Krank-Patienten: Die beste Behandlung

Abgelegt in Allgemein

Wenn wir krank sind, ist es in Deutschland selbstverständlich, zum Arzt zu gehen, welcher nach Vorlage von 10€ und der Versichertenkarte mit der Behandlung beginnt. Ist diese Art von Krankenversicherung ein besonderer Luxus, oder sind die Bürger anderer EU-Länder ähnlich gut abgesichert?

Krank-Patienten in Deutschland
Krank sein bringt nicht nur physische und psychische Einschränkungen mit sich. Krank-Patienten haben zusätzlich ein Krankheitskosten- und ein Einkommensausfallrisiko. Um dagegen abgesichert zu sein, gibt es die Krankenversicherung. Eine Besonderheit des deutschen Gesundheitssystems ist eine Zweiteilung in eine gesetzliche und eine private Krankenversicherung. In der GKV herrscht das Sozialprinzip. Über das Kapitaldeckungsverfahren, auch Generationenvertrag genannt, wird aus Beitragsüberschüssen eine Altersrückstellung für das jeweilige Kollektiv gebildet. Gesammelt werden die Versicherungsbeiträge im Gesundheitsfond, der unter Berücksichtigung eines morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs eine Umverteilung der Gelder an die Krankenkassen und deren Patienten vornimmt. Wer in Deutschland krank ist, empfängt beitragsunabhängige Leistungen, obgleich die Beitragszahlung einkommenabhängig erfolgt. Eine weitere Besonderheit ist, dass Ehepartner und Kinder kostenfrei mitversichert sind. In der GKV besteht das Sachleistungsprinzip, d.h. der Leistungserbringer, etwa der Arzt, rechnet direkt mit der Versicherung ab. Die PKV funktioniert traditionell nach dem Kostenerstattungsprinzip, die Behandlung muss also zunächst selbst gezahlt werden und wird später von der PKV rückvergütet. In der PKV sind alle Beamten, Selbstständigen und wahlweise auch Besserverdiener versichert.

Krank sein in anderen Ländern der EU
Immer öfter stellt sich die Frage, wo das eigene Gesundheitssystem im internationalen Vergleich steht. Diese Forschung ist noch sehr jung und es gibt wenig verlässliche Studien. Das deutsche System weist Ähnlichkeiten mit Belgien, Frankreich, Japan und Luxemburg hinsichtlich der Finanzierung auf, diese erfolgt vorwiegend beitragsfinanziert mit hohem Staatsanteil. Beitragsfinanzierte Länder mit hohem Privatanteil sind Österreich, Niederlande und die Schweiz. Hauptsächlich steuerfinanziert sind z.B. Spanien, Schweden und Großbritannien. In steuerfinanzierten Systemen ist meist die ganze Bevölkerung versichert. In Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz geht ein Trend zu Zentralisierung und Pooling-Organisationen wie dem Gesundheistfonds.

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